| Das Ende des Jahrtausends war willkommener
Anlass, einen Rückblick auf die politische Propaganda im Postverkehr
der letzten 100 Jahre, vor allem in Deutschland, zu werfen.
Auf Erläuterungen kann bei diesem Exponat
weitgehend verzichtet werden. Nur bei Belegen, deren Zuordnung zu
politischen Begebenheiten nicht ohne weiteres erkennbar ist, sind
knappe Texte eingefügt. Aus der Fülle des verfügbaren
philatelistischen Materials werden nur Beispiele gezeigt, um eine
Vielfalt von Themen behandeln zu können.
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Ein Beispiel für Propaganda und
Gegenpropaganda auf einem Beleg aus dem Jahre 1951 |
Gliederung: Die Hauptüberschriften folgen den
Epochen der deutschen Geschichte.
Kaiserreich 1900 bis 1918
Das neue Jahrhundert
Das ausgehende Jahrhundert bot der politischen
Propaganda die Gelegenheit, den Ruhm des Kaiserreichs zu feiern. Die
"Germania" vom Niederwalddenkmal, errichtet nach dem Sieg über
Frankreich 1871, wurde die Symbolfigur für Deutschlands Größe und
Einigkeit.
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Sonderganzsache zum
Jahrhundertwechsel mit Letzt- und Erststundenstempel 1899/1900 |
Am 1. Januar 1900 erschienen die ersten "
Germania-Marken". Kaiser Wilhelm II hatte das Motiv selbst
ausgesucht. Er war zwar Deutscher Kaiser, aber er regierte nur in
Preußen. Da war es weise, nicht sich, sondern die Germania als
deutsche Integrationsfigur zu wählen.
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Bildseite einer Privatganzsache vom 18.Januar 1901 zur
30-jährigen Wiederkehr der Kaiserproklamation |
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Rückseite einer
Privatganzsache zur Erinnerung an das 200-jährige Bestehen des
Königreichs Preussen
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Rückseite einer
Privatganzsache aus dem Jahre 1911 mit dem Bild von Prinzregent
Luitpold. Bayern war seit 40 Jahren Teil des Deutschen Reiches. |
Das Deutsche Reich
als europäische Großmacht
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Bildseite einer Ganzsache des
Völkerschlacht-Denkmals als Symbol deutscher Größe |

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Kriegsvorbereitungen
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Kaiser Wilhelm II in der Pose des
obersten Kriegsherren mit den Wappen der vier König-reiche,
Großherzogtümer, Herzogtümer, Fürsten-häuser und Freien
Reichs-städte, sowie des Reichs-lands Elsass-Lothringen und dem
Waffenarsenal auf Privatpostkarten
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Bildseite einer
5-Pf-Privatpostkarte von 1913, die an den Aufruf von 1813 des
Königs Friedrich Wilhelm III "An mein Volk" erinnert. |
Der 1. Weltkrieg
28.7.1914 Kriegserklärung Österreich-Ungarn an
Serbien
01.8.1914 Kriegserklärung Deutschland an Russland
03.8.1914 Kriegserklärung Deutschland an Frankreich
04.8.1914 Kriegserklärung England an Deutschland
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Privatganzsachen mit den
bekannten Sprüchen "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur
noch Deutsche" und "Viel Feind viel Ehr" auf Rückseiten von
Ganzsachen |
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Schlacht bei
Tannenberg vom 26. bis 31. August 1914. Bildseite einer
Feldpostkarte aus dem "Osten" nach Berlin vom 17.7.1915 |
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"Autorisierte Karte"
zum Geburtstag des Bayrischen Königs |
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Kriegspropaganda
stellte die eigenen Verluste heroisierend dar. |
Das Deutsche Reich und seine Verbündeten
unterzeichneten am 3.3.1918 den Sonderfriedensschluss mit der neu
erstandenen Sowjetunion.
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Erste Briefmarken der Sowjetunion
vom 7.11.1918 |
Am 5.10.1918 bat Reichskanzler Max von Baden den
amerikanischen Präsidenten Wilson um Waffenstillstand und um
Einleitung von Friedensverhandlungen. Der Versailler Vertrag vom
28.6.1919 beendete den 1. Weltkrieg, doch Frieden in Europa schaffte
er nicht.
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Die Sondermarken der Schweiz vom
1.8.1919 sind Ausdruck der Friedenssehnsucht in Europa.
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"Hilf siegen! Zeichne
Kriegsanleihe!" Bis kurz vor dem Ende des verlorenen Krieges
führte die Deutsche Reichspost diesen Maschinenstempel. |
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