| Postverkehr zwischen dem Gebiet der Deutschen
Reichspost und den Vereinigten Staaten von Amerika 4.5.1871 -
31.12.1875 von Hansmichael Krug,
Frankfurt am Main
Neue Porti und Bestimmungen durch den
Allgemeinen Postvertrag gültig ab dem 1.7.1875
Deutschland und die USA sind Gründungsmitglieder
des Weltpostvereins, dessen erster Vertrag am 1.7.1875 in Kraft
trat. Dieser bestimmte unter anderem, dass das Porto für Briefe bis
15 Gramm in alle Mitgliedsländer einheitlich unabhängig vom
Transitweg 25 Centimes bzw. 20 Pfennig betragen soll.
Sehr späte Aufbrauchsverwendung einer 2
Gr.-Marke als 20 Pfge.-Marke im Jahr 1875. Brief bis 15 Gramm mit
NDP EKr. OTTENSEN 5 11 75 (neuer NDP Postort) via Bremen mit dem
Dampfer "Neckar" des Norddeutschen Lloyd nach New York, mit
rückseitig rotem Eingangsstempel EKr. NEW YORK PAID ALL NOV 21 und
weiter nach New Brunswick NY
1 C. Ganzsachenkarte Ausgabe 1873 mit
Zusatzfrankatur 1C. Ausgabe 1870 (MiNr. 36) als 2 Cent-Porto für
Karten in das Vereinsausland von New York mit dem HAPAG Dampfer "Pommerania"
nach Hamburg und weiter nach Nidda.
Das
Porto für Briefe bis 15 Gramm in das Vereinsausland betrug
unabhängig vom Transitweg 25 Centimes, umgerechnet 20 Pfennig bzw. 5
US Cent. Ganzsachenumschlag 3 C., Ausgabe 1870/71 mit
Zusatzfrankatur 1C. Ausgabe 1870 (MiNr. 36) im waagrechten Paar als
Brief bis 15 Gramm von MEADVILLE OCT 30 mit weiterverwendetem rotem
EKr NEW YORK BR. TRANSIT NOV 2 mit dem Dampfer "Dakota" der Guion
Line via England, Ostende, Aachen und Köln nach Rottweil (Kgr.
Württemberg).
10 Pfge lilarot + 10 Pfge. dkl.
karminrot, seltene Farben-Mischfrankatur als 20 Pfge.-Porto auf
Faltbrief bis 15 Gramm von DÜSSELDORF 2 11 75 (Dienstag) via Hamburg
mit HAPAG Dampfer "Gellert" nach New York mit rücks. roten EKr NEW
YORK PAID ALL NOV 21
Das Porto für unfrankierte Briefe betrug nach
diesem Vertrag 40 Pfennig je 15 Gramm. Unzureichend frankierte
Briefe wurden wie bisher als unfrankiert unter Anrechnung der
verklebten Frankatur behandelt. Die Kennzeichnung erfolgt durch
einen "T"-Stempel.
20 Pfge. statt 40 Pfge. auf Brief der 2.
Gew.-Stufe (15-30 Gramm, blaue 2 links oben) von BONN 24/9 75 nach
USA. mit Stempel "T" und EKr. NEW YORK DUE 15 CTS. Die Berechnung
der Nachgebühr erfolgte auf der Basis des französischen
Goldfrankens. 20 Pfge. entsprachen 25 Centimes. Die beim Empfänger
zu erhebende Nachgebühr errechnete sich aus dem Porto für
unfrankierte Briefe der 2. Gew.-Stufe (1 Franken) abzüglich der
verklebten Frankatur (25 Centimes). 75 Centimes bzw. in
amerikanische Währung umgerechnet 15 Cents wurden beim Empfänger
eingezogen.
Mit "T" im Kreis nach den Vorschriften des
Allgemeinen Postvertrags gekennzeichneter unfrankierter Brief bis 15
Gramm von New York 23 OCT (1875) mit dem Dampfer "Main" des
Norddeutschen Lloyd nach Bremen mit Ankunft am 3 November.
Weiterbefördert nach MARKIRCH mit rückseitigem Hufeisenstempel (Spalink
Nr. 24) als Ankunftsstempel.
Beim Empfänger wurden gemäß der Taxziffer "40"
Pfennig, dem Porto für unfrankierte Postvereinsbriefe bis 15 Gramm,
eingezogen. |