| Gerhard Simon In
Paderborn-Staumühle unterhielt die britische Militärregierung ab
Juli 1945 für ca. drei Jahre das "Civil Internment Camp (CIC) Nr.
5", vorher eine provisorische Garnison der Waffen-SS, nach
Kriegsende Unterkunft für "Displaced Persons". Die 10289
Inhaftierten kannten oft den Grund ihrer Festnahme nicht. Im
Frühjahr 1946 wurden 370 hohe NS-Funktionäre innerhalb des Camps in
einem mit Stacheldraht umzäunten Sonderlager für Anforderungen von
Militärtribunalen, z.B. in Nürnberg zusammengefasst. Fluchtversuche
und Selbstmorde waren vor der Auslieferung an osteuropäische
Siegermächte häufig. Ende 1946 wurden deutsche Spruchkammern
eingerichtet, vor denen man hoffte, Entlastungsargumente zur Geltung
bringen zu können.

Obiger Beleg enthält ein Schreiben vom 17.5.1947
Heinrich Gellermanns an seinen Sohn mit detaillierten Anweisungen
für die Beschaffung von Entlastungsunterlagen im
Spruchkammerverfahren. Die Briefhülle zeigt oben rechts den etwas
blass abgeschlagenen Absenderstempel "Rechtsauskunft 5 CiC
Staumühle-Paderborn". Der Absender hatte am oberen Rand
handschriftlich hinzugefügt "Eilt - Postverkehr im
Spruchkammerverfahren - Eilt". Nach Zensur durch die "Military
Censorship" erhielt der Brief einen "GEBÜHR BEZAHLT"-Stempel Bonn am
29.5.1947. Der verkleinerte Kopieausschnitt der Rückseite zeigt
Einzelheiten des Absenders: "Gellermann Heinr. 20.4.96, Nr. 41189 5
C.I.C. Lager 4 Staumühle b. Paderborn".
Heinrich Gellermann ist wohl weniger bedeutend.
Jedenfalls ist er der „Google-Suche“ im Internet keiner Eintragung
wert.
Quelle: Internet |