| Gerhard Simon Die
Ansichtskarte vom 24.7.1953 aus Stalinogrod vermittelt
internationales Ostblockflair. Die Unterzeichner waren in Warschau
vermutlich zur Vorbereitung des 3. Welt-Studentenkongresses vom
27.8. bis 3.9.1953 stationiert und hatten einen Abstecher nach
Stalinogrod gemacht, der Stadt, die kurz vorher noch Katowice hieß.
Das frühere Dorf Kattowitz kam im 1. Schlesischen
Krieg zu Preußen. Den Aufstieg zur Stadt verdankte Kattowitz dem
Eisenbahnbau ab 1846.

Nach dem ersten Entwurf des Versailler Vertrages
sollte Oberschlesien an Polen fallen. Dagegen hatte Großbritannien
Einspruch erhoben. Schließlich fand eine Volksabstimmung statt. Die
Mehrheit stimmte für Deutschland. Im Landkreis Kattowitz waren 55%
der Wahlberechtigten für Polen, in der Stadt 85% für Deutschland.
Die Wahlen wurden durch politische und militärische Aktionen
begleitet. Die internationale Kommission sprach letztendlich das
Gebiet Polen zu.

Während des 2. Weltkrieges wurde die Stadt am
3.9.1939 von deutschen Truppen besetzt, nachdem die polnische Armee
kampflos abgerückt war. Polnische Zivilisten und Pfadfinder kämpften
aussichtslos weiter. 80 Personen wurden hingerichtet.
Am 27. Januar 1945 besetzte die Rote Armee
Kattowitz. In der Nachkriegszeit fand die Stadt zu ihrer früheren
Position als Industrie- und Verwaltungszentrum. Katowice hieß von
1953 bis 1956 Stalinogrod, eine kommunistische Musterstadt.
Quelle: Internet |