| Gerhard Simon Nach der
ergebnislosen Berliner Außenministerkonferenz im Januar 1954
übertrug die UdSSR der DDR die "volle Souveränität". Damit sollte
die DDR aufgewertet und die Westmächte veranlasst werden, mit
Westdeutschland entsprechend zu verfahren. Die Position der
Westalliierten, vor allem in Westberlin, sollte so geschwächt
werden. Auch die Westmächte gaben die Grenzkontrollen danach in
deutsche Hände, behielten sich aber die Abfertigung ihrer Transporte
von und nach Berlin vor und integrierten die Bundesrepublik
Deutschland in das westliche Paktsystem.

Die Post von und nach Berlin über die
Transitstrecke wurde von der DDR kontrolliert, ohne dass man den
Briefen äußerlich etwas ansehen konnte, hierfür hatte die DDR
maschinelle Anlagen zur Massenabfertigung erfunden.
Zur Vermeidung der Kontrolle durch die DDR wurde
westberliner und bundesdeutschen Behörden gestattet, ihre durch
besondere Zulassungsstempel gekennzeichnete Post den alliierten
Militärzügen mit zu geben. Zur weiteren Sicherheit tragen viele
Briefe nach Westberlin unterschiedliche Stempel "West", um zu
vermeiden, dass die Sendung über Ostberlin geleitet wurde.
Quelle: Alfred Meschenmoser, Die Zonengrenze, 1999 |